AER.BI · Associazione Aeromodellisti Biellesi
Mitgliederbereich

Als ich mit dem Bau der Stinson L5 Sentinel angefangen habe, dachte ich bestimmt nicht an einen Elektrostarter. Ich hatte einen alten 3000 ST im Kopf, der mir die nötige Leistung zum Schleppen von Bannern geben sollte, und wollte, wenn es mir gelänge, einen „Behälter“ bauen, mit dem ich im Flug Fallschirme, Bonbons, Konfetti, Luftschlangen usw. abwerfen könnte. Kurz gesagt: Ich wollte wieder ein bisschen Kind sein und ein Modell haben, mit dem ich spielen und Spaß haben kann. Die Stinson war genau das richtige Modell: Sie hatte eine riesige Kabine, in der ich einen großen Korb mit mehreren Fächern für die abzuwerfenden Gegenstände unterbringen konnte. Je weiter der Bau voranschritt, desto ungeeigneter erschien mir dieser 3000 ST; und der Gedanke, die Motorhaube, der ich so viele Stunden Schlaf geopfert hatte, aufschneiden zu müssen, damit der Zylinderkopf herausschaut, hat mich endgültig überzeugt, eine andere Lösung zu suchen.

Eines Tages, beim Stöbern auf den Online-Flohmärkten, lag die Alternative auf der Hand: Mit einem 4-Takter hätte mein Nachbau ganz sicher einen realistischeren Klang. Kontakt, Preis und Versand waren geklärt, und nach ein paar Tagen hielt ich meinen OS 120 Surpass schon probeweise in die Motorhaube: Er schien wie maßgeschneidert, ich musste nichts wegschneiden, im Gegenteil, es blieb sogar noch Platz für den Schalldämpfer, den Tank und vielleicht auch für einen kleinen Elektromotor zum Anlassen; schließlich musste ich ja den Gewichtsunterschied zwischen dem 3000 und dem 4-Takter ausgleichen!

Von da an widmete ich jede freie Minute Skizzen, Zeichnungen, Entwürfen und Ideen, die zu nichts führten. Ich erinnere mich, dass ich auch versucht habe, ein paar Freunde aus der Gruppe mit ins Boot zu holen, aber ohne Erfolg. Für sie war die Lösung meines Problems einfach: Motor, Zahnriemen und Freilauf, wie es sie ja schon fertig zu kaufen gibt. Warum sich das Leben schwer machen?

Weil das Auge mitisst, und nur ein kleines Ritzel, das in den Zahnkranz auf der Kurbelwelle greift, sich wirklich Nachbildung eines Elektrostarters nennen darf. Also legte ich Zeichnungen und Skizzen beiseite, spannte eines Abends ein Stück Aluminium ins Futter meiner kleinen Drehbank und fing an, „Späne“ zu machen; je weiter die Arbeit voranschritt, desto mehr spürte ich, dass ich auf dem richtigen Weg war, dass die Idee gut war und wirklich funktionieren könnte. Und so war es: Das Ganze funktioniert perfekt, bei den Tests habe ich sogar aus Versehen den Starter bei laufendem Motor eingeschaltet, ohne dass die Zahnräder Schaden genommen haben. Obwohl ich keine besondere Ausrüstung habe, kann ich sagen, dass fast alle Teile in Eigenregie entstanden sind; nur für einen einzigen Arbeitsgang musste ich um Hilfe bitten: das Fräsen der Nut in der Welle (Teil 12), in der das Ritzel und die Passfeder laufen.

An dieser Stelle möchte ich der Explosionszeichnung und den veröffentlichten Fotos noch einige Detailhinweise hinzufügen. Der Startermotor (Speed 480 Race) wird von einem Akkupack mit 7,2 V - 1800 mAh gespeist, während ein Akku mit 1,2 V - 1800 mAh die Glühkerze nur beim Anlassen des Motors versorgt.

Es werden zwei Servos verwendet: Das erste schaltet den Starter ein, schiebt dabei gleichzeitig das Ritzel vor und schaltet Glühkerze und Startermotor über die beiden Mikroschalter ein, die von den Hebeln auf der Hebelwelle (Teil 28) betätigt werden. Das zweite Servo dient sowohl der Gassteuerung (bei laufendem Motor) als auch der Anreicherung des Gemischs (Anfetten) beim Kaltstart. Auf dem Gestänge (Bowdenzug), das dieses Servo mit dem Gashebel verbindet, habe ich einen U-förmigen Nylonhaken (Teil 36) angebracht. Beim Anlassen wird der Hebel Teil 34 über eine Feder von Hebel 1 (Teil 26) mitgenommen, wodurch Teil 37 in den U-förmigen Nylonhaken einhakt. Gibt man nun am Knüppel des Senders Gas, schließt sich die Kappe (Teil 38) vollständig über der Öffnung des Vergasers. Wenn der Startermotor nicht aktiv ist, hakt Teil 37 nicht in den U-förmigen Nylonhaken ein.

Was dagegen den Freilauf betrifft, halte ich ihn nicht für unverzichtbar, aber für nützlich. Der Starter funktioniert auch mit einem fest auf der Kurbelwelle montierten Zahnkranz, dank der Andruckfeder (Teil 21), die das Ritzel in jeder Stellung des Zahnkranzes eingreifen lässt. Ich empfehle trotzdem den Freilauf, als Absicherung für den Fall, dass der Starter bei laufendem Motor eingeschaltet wird, und auch, damit der Elektromotor nicht auf eine zu hohe Drehzahl kommt, die ihn beschädigen könnte. Außerdem muss ich aus Erfahrung zugeben, dass der Freilauf durch sein Gewicht und die Art, wie er auf die Kurbelwelle wirkt (er arbeitet im Arbeitstakt und wirkt in den anderen Takten als Schwungmasse), den Leerlauf des Motors deutlich verbessert, und zwar so sehr, dass der Motor im Flug selbst bei zurückgenommener Gastrimmung nicht sofort ausgeht.

Noch eine letzte Anmerkung. Das Untersetzungsverhältnis der Zahnräder beträgt 1 zu 23. Für gute Starts auch bei kaltem Motor sollte man kein kleineres Verhältnis verwenden; will man das Verhältnis dagegen erhöhen, um mehr Leistung zu haben, empfehle ich, das Zahnrad (Teil 13) durch eines mit größerem Durchmesser zu ersetzen, damit der Elektromotor weiter von der genuteten Welle (Teil 12) abrücken kann.

Gutes Gelingen!

Fotos